Ryan Gosling im All, Sandra Hüller in einer Schlüsselrolle und dahinter ausgerechnet das Regie-Duo von The LEGO Movie und den Spider-Verse-Filmen: „Der Astronaut - Project Hail Mary“ kommt nicht nur mit großem Namen-Feuerwerk daher, sondern legt auch beim Publikum bereits beachtlich vor. Der Film läuft seit 19. März 2026 in Deutschland im Kino und hat sich in den ersten beiden Wochenenden bereits zu einem der auffälligsten Sci-Fi-Hits des Jahres entwickelt.
Das ist bemerkenswert, weil hier keine Superheldenmarke, kein Franchise und kein Reboot im Vordergrund stehen, sondern eine vergleichsweise sperrige Science-Fiction-Idee. Die Vorlage stammt von Andy Weir, dem Autor von Der Marsianer, dessen Roman nach dem Matt-Damon-Film längst Popkultur-Status hat. Bei Project Hail Mary geht es nun wieder um Wissenschaft unter Extrembedingungen, diesmal aber deutlich emotionaler, größer und in Teilen auch kurioser. Genau diese Mischung dürfte erklären, warum der Film schon früh als potenzielles Sci-Fi-Highlight gehandelt wurde.
Spannend ist vor allem, wer dieses Projekt auf die Leinwand gebracht hat. Phil Lord und Christopher Miller stehen für Tempo, Witz und ein erstaunlich gutes Gespür für Herz inmitten von Genre-Kino -von 21 Jump Street über The LEGO Movie bis zu den Spider-Verse-Filmen. Das Drehbuch schrieb Drew Goddard, der schon Andy Weirs Der Marsianer adaptierte und zudem für Stoffe wie Cloverfield, World War Z und The Cabin in the Woods steht. Hinter der Kamera saß mit Greig Fraser ausgerechnet der Mann, der bereits Dune, The Batman und Rogue One visuell mitprägte. Das klingt nicht nach Standard-Weltraumkino, sondern nach einem Film, der Blockbuster-Wucht mit Autorenfilm-Nerv verbinden will.
Und dann ist da natürlich Ryan Gosling. Nach Barbie, La La Land, Blade Runner 2049 und Aufbruch zum Mond bringt er die seltene Mischung aus Star-Power, Verletzlichkeit und lakonischem Humor mit, die diese Figur offenbar braucht. An seiner Seite steht Sandra Hüller, die nach Anatomie eines Falls und The Zone of Interest weiter ihre internationale Ausnahmestellung festigt. Zum Ensemble gehören außerdem Lionel Boyce, Ken Leung, Milana Vayntrub und Priya Kansara.
Darum geht’s in „Der Astronaut - Project Hail Mary“
Im Zentrum steht Ryland Grace, ein Naturwissenschaftslehrer und früherer Molekularbiologe, der ohne Erinnerung auf einem Raumschiff erwacht - Lichtjahre von der Erde entfernt. Erst Stück für Stück begreift er, warum er dort ist: Eine mysteriöse Substanz lässt die Sonne erlöschen, und Grace könnte der einzige Mensch sein, der das Rätsel noch lösen kann. Klingt zunächst nach klassischem Überlebenskino im Stil von Der Marsianer, bekommt aber einen deutlich ungewöhnlicheren Dreh.
Denn „Der Astronaut - Project Hail Mary“ ist eben nicht nur eine Weltrettungsmission, sondern vor allem eine Geschichte darüber, dass große Probleme durch Zusammenarbeit gelöst werden. Genau darin liegt offenbar die Stärke des Films: zwischen kosmischer Bedrohung, Wissenschafts-Thriller und emotionaler Freundschaftserzählung. Besonders reizvoll wirkt dabei die Begegnung mit Rocky, einem außerirdischen Wesen, das nicht nur gesprochen, sondern mit praktischen Effekten direkt am Set verkörpert wurde. Das verleiht dem Film eine greifbare, fast altmodisch schöne Sci-Fi-Textur - irgendwo zwischen Arrival, Gravity und Buddy-Movie im Vakuum.
Dass der Film schon vor dem Start mit seinem Trailer enorme Aufmerksamkeit erzeugte und jetzt im Kino stark anlief, passt ins Bild: Hier will offenkundig kein Streaming-Füller schnell verwertet werden, sondern ein großes Science-Fiction-Abenteuer mit Event-Charakter. Für Fans intelligenter Weltraumfilme ist „Der Astronaut - Project Hail Mary“ damit gerade einer der spannendsten Neustarts im Kino - und dürfte noch eine Weile Gesprächsthema bleiben.