
FSK 16
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Wilde Weiber im nackten Westen klingt schon nach genau dem Kino, für das Russ Meyer berühmt wurde: frech, überdreht, sexualisiert und mit einem Hang zum bewusst Überzeichneten. Wer sich auf diesen Film einlässt, bekommt kein sanftes Western-Epos, sondern eine respektlose Mischung aus Exploitation, Satire und kalkulierter Grenzüberschreitung - typisch Meyer eben.
Der Reiz solcher Filme liegt nicht nur im Skandalfaktor, sondern in der unverwechselbaren Haltung. Russ Meyer spielt mit Western-Motiven, aber nie brav oder klassisch. Statt staubiger Romantik gibt es hier das Versprechen von chaotischer Energie, schrägen Figuren und einer Inszenierung, die alles ein bisschen größer, lauter und dreister wirken lässt. Genau das macht den Titel bis heute für Genre-Fans und Sammler interessant.
Gerade wer sich für Trash-Kino mit Stil, amerikanisches Underground-Cinema oder provokantes Genrekino der 60er und 70er interessiert, dürfte an Wilde Weiber im nackten Westen seinen Spaß haben. Der Film gehört in die Reihe jener Werke, die man nicht wegen Zurückhaltung schätzt, sondern wegen ihres Mutwillens, ihrer Energie und ihres kompromisslosen Kultfaktors.
Mit FSK 16 und dem klaren Russ-Meyer-Branding spricht diese Blu-ray vor allem Fans an, die gezielt nach solchen Klassikern suchen. Wer Filme wie Faster, Pussycat! Kill! Kill! oder andere Meyer-typische Grenzgänger mag, sollte auch hier genauer hinschauen. Diese Veröffentlichung hat eindeutig den Reiz eines Titels, der in keiner kultigen Sammlung fehlen muss.