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We Still Say Grace klingt nach stiller Familiengeschichte, doch der Horrorfilm fährt eine deutlich unangenehmere Spur. Statt auf billige Schockeffekte zu setzen, entfaltet sich hier eine düstere, psychologisch aufgeladene Atmosphäre, in der Religion, Schuld und Bedrohung eng miteinander verwoben sind. Genau dieser Mix macht den Reiz aus: Das Unbehagen wächst langsam, aber beständig.
Im Zentrum steht ein Setting, das nach Geborgenheit aussehen will und doch immer mehr zur Falle wird. Wer Horror mit religiösem Unterton schätzt, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Der Film setzt weniger auf blutige Exzesse als auf Spannung, innere Konflikte und das mulmige Gefühl, dass etwas Grundlegendes aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das erinnert in der Wirkung stellenweise an finstere Independent-Genreperlen, die lieber unter die Haut gehen als laut zu werden.
Für Sammler und Genrefans ist We Still Say Grace gerade deshalb spannend, weil solche Titel oft abseits des Mainstreams ihr Publikum finden. Wer bei Horror nicht nur an Kettensägen und Jump Scares denkt, sondern an Atmosphäre, Beklemmung und moralische Abgründe, bekommt hier einen Titel mit echtem Störpotenzial und nachhaltigem Nachhall.